Eine Odyssee - AD Theater-AG

Direkt zum Seiteninhalt
Vergangene Spielzeiten > Spielzeit 2008 / 2009
Eine Odyssee
von Ad de Bont

Nach zehn langen Jahren Krieg um Troja und nahezu weiteren zehn Jahren auf Irrfahrt sehnt sich der griechische Held Odysseus immer noch nach der Heimat, seiner Frau Penelope und dem gemeinsamen Sohn. Aber auch auf der letzten Etappe seiner Heimkehr hat der sagenhafte Held Abenteuer zu bestehen, denn Penelope wird von fremden Männern umworben, die alles daran setzen, die Rückkehr des Odysseus zu verhindern.
   Ad de Bont zeigt, dass nicht allein die Menschen, sondern auch die Götter sich in das Schicksal des großen Griechen einmischen: Athene versucht ihn zu schützen, Poseidon trachtet ihm auf dem Meer wiederholt nach dem Leben. Denn auch die Götter sind uneins, und so entfaltet sich in Erzählungen und Darstellungen eine Odyssee.
   Dreiundzwanzig Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 12 rollen mit minimalen Mitteln, aber unter Zuhilfenahme von Licht und Musik die griechische Mythologie auf. Im Laufe des Stückes übernehmen alle Darsteller mehrere Rollen und sind fast durchgehend auf der Bühne. An Requisiten hat jeder einen etwa 1,80 m langen Holzstab, es gibt zwei Bänke, zwei Rollbretter, eine Kiste und ein paar Decken. Aus diesen Materialien entstehen Schiffe, Höhlen, Troja und das trojanische Pferd.
   In der Aula des ADs spielen wir auf einer etwa 16 Meter langen Laufstegbühne zu ebener Erde, die Zuschauer sitzen sich auf zwei gegenüberliegenden Tribünen gegenüber und sind hautnah am Geschehen oder betrachten von oben herab, den griechischen Göttern gleich, die Reise des Odysseus.
   Da es kein Bühnenbild gibt, wird relativ viel mit Licht gearbeitet. So sind bestimmte Räume durch Profilscheinwerfer von oben definiert, mit Licht in unterschiedlichen Farben werden Stimmungen erzeugt, die zwischen hellem Tag, Nacht, Dämmerung, Sonnenuntergang unterscheiden oder mit einer Wasserprojektion auf dem Tanzteppich die Seefahrtsszenen untermalen.
   Die von Ad de Bont für das Schauspielhaus Hamburg erarbeitete Fassung der Odyssee vereint auf gelungene Weise das sprachliche komplexe Vorbild mit modernen poetischen und alltagssprachlichen Einschüben. So zeichnet er mit viel Sinn für Nuancen die einzelnen Gestalten – und auch die Götter hören sich recht menschlich an, wenn im Olymp die Fetzen fliegen.

Odysseus, ein griechischer Held aus Ithaka
Penelope, seine Frau
Telemachos, ihr gemeinsamer Sohn
Jamin P.
Anja K.
Valentin D.
Euryklea, die Vertraute der Penelope
Mentes, ein Freund des Odysseus
Eurymachos, der Diener des Odysseus
Tabita R.
Jasmin R.
Stefanie W.
Die Mannschaft des Odysseus
Das Ensemble
Zeus, der Göttervater
Athene, Göttin des Krieges und der Weisheit, Tochter des Zeus
Poseidon, der Gott des Meeres, Bruder des Zeus
Polyphem, der einäugige Sohn des Poseidon
Hermes, der Bote der Götter
Stefanie W.
Jana S.
Jannik S.
Jana M.
Damian R.
Antinoos, ein Werber um Penelope
Andreas S.
Kalypso, die Königin von Ogygia
Sophie K.
Sirenen, betörende Fabelwesen
Vivienne S.
Yasemin T.
Rahel H.
Nausikaa, die Prinzessin von Scheria
Die Freundin der Nausikaa
Der König von Scheria, Vater der Nausika
Anna K.
Mia B.
Tim S.
Kirke, eine Zauberin
Odysseus II, ein Wiedergänger
Sarah A.
Vivienne S.
Demodokos, ein blinder Seher
Sein Begleiter
Asaja K.
Lucy I.
Antiphates, ein Menschenfresser
Max F.
Eumaios, ein Schweinehirt
Mesaulios, ein zweiter Schweinehirt
Anna K.
Lucy I.
Agamemmnon, ein griechischer Feldherr
Klytemnestra, die Frau des Agamemnon
Iphigenie, ihre gemeinsame Tochter
Orest, ihr Bruder
Ägist, Nebenbuhler des Agamemnon
Menelaos, der Bruder des Agamemnon, König von Sparta
Helena, seine Frau, Königin von Sparta
Paris, ein Sohn des Priamos, Entführer der Helena
Hektor, der älteste Sohn des Priamos von Troja
Kassandra, eine Tochter des Priamos, trojanische Seherin
Achill, ein griechischer Held, nahezu unverwundbar
Jamin P.
Anja K.
Tabita R.
Valentin D.
Andreas S.
Anna K.
Yasemin T.
Damian R.
Vivienne S.
Asaja K.
Jannik S.
Erynien, die Göttinnen der Rache
Das Ensemble
Backstage
Technik
Alexander P.
Eine Produktion des
Theater-AG 9-12
Leitung
Andrea Köhler, Thomas Mehl
Aufführungsrechte
Verlag der Autoren

Ad de Bont

Ad de Bont wurde 1949 in Waspik (Niederlande) geboren. Nach dem Abitur studierte er an der pädagogischen Hochschule in Amsterdam mit einer zusätzlichen Ausbildung in Spiel- und Theaterpädagogik. 1972 – 1975 besuchte er die Schauspielschule und arbeitete danach als Schauspieler und Autor bei verschiedenen holländischen Theatergruppen. Seit 1982 ist er künstlerischer Leiter des berühmten Amsterdamer Kinder- und Jugendtheaters „Wederzijds“.
Die Theaterstücke Ad de Bonts wurden in mehr als zehn Sprachen übersetzt. Zu den bekanntesten zählen Das besondere Leben der Hilletje Jans (1983), Mirad, ein Junge aus Bosnien (1993/94) und Mutter Afrika (2002). Für seine Stücke ist Ad de Bont mehrfach mit Preisen aus-gezeichnet worden, unter anderem mit dem „Deutschen Kindertheater-preis“ und dem „Ridder in de Orde van Oranje-Nassau“.
   Eine Odyssee (2006) ist eine Auftragsarbeit für das Hamburger Schauspielhaus. Die Premiere in der Übersetzung von Barbara Buri fand im Februar 2007 im Malersaal durch das Junge Schauspielhaus statt. Die niederländische Erstaufführung erfolgte erst im Jahr 2008.


Über Homer, den Schöpfer der Ilias und der Odyssee, ist so gut wir gar nichts bekannt. Die beiden Werke entstanden vermutlich im siebten oder achten Jahrhundert vor Christus an der Westküste Kleinasiens, der heutigen Türkei. Die Griechen sahen in Homer ihren ersten und gleichzeitig größten Dichter. Der Legende nach soll er blind gewesen sein.
   Seine Schaffenszeit bildet den Übergang von einer rein mündlichen zu einer schriftlichen Sprachkultur. Das Epos wurde ursprünglich mündlich vorgetragen. Liest man die Odyssee mit straffer Zeiteinteilung, würde man dafür etwa zwölf Stunden benötigen. Rhapsoden im antiken Griechen-land, berufsmäßig fahrende Sänger, werden dafür aber gut und gerne doppelt so lange gebraucht haben, mit zahlreichen Phrasierungen und Ausschmückungen des sich immer weiter verändernden Stoffes.
   Kaum ein Werk hatte eine so umfassende Wirkung auf die Literatur und Geistes-geschichte des Abendlandes. Bereits in der Antike gehörte das Werk zum Kanon der Schullektüre. Die Reisen des Odysseus wurden zum Prototyp der Heldenreise, deren Muster sich bis ins heutige Hollywoodkino (z.B. Krieg der Sterne oder Herr der Ringe) fortsetzt.


Odyssee
Zurück zum Seiteninhalt